Fit auf Kosten des Arbeitgebers

Mit richtiger Gestaltung Mitgliedsbeitrag im Fitnessstudio steuerfrei bezuschussen

 

Vital, fit und gesund – so sollen Mitarbeiter sein. Egal ob man diese Eigenschaft bereits hat oder erst noch erwerben will: Der Besuch eines Fitnessstudios ist eine gute Möglichkeit, die Fitness zu verbessern. Doch neben dem inneren Schweinehund kann es auch eine Frage der Finanzen sein, warum der Besuch im Fitnessstudio ausbleibt. Leichter fällt es, wenn der Arbeitgeber eine preiswerte Firmenmitgliedschaft in einem Fitnessstudio anbietet. Gemeinsam mit den Kollegen Sport treiben macht definitiv mehr Spaß und die Rasselbande der lieben kleinen und großen Schweinehunde lässt sich so leichter zähmen.

Schließt der Arbeitgeber mit einem Fitnessstudio einen Vertrag, der es seinen Mitarbeitern ermöglicht, kostenlos oder vergünstigt im Studio zu trainieren, wendet er seinen Arbeitnehmern einen geldwerten Vorteil zu. Dieser Vorteil bleibt steuer- und sozialabgabenfrei, wenn die Sachbezugsgrenze von 44 Euro pro Monat nicht überschritten wird. Doch Vorsicht: Es geht nicht nur um den Betrag, den der Arbeitgeber an das Fitnessstudio zahlt. Die tatsächliche Ersparnis für den Arbeitnehmer liegt durch Sonderkonditionen in aller Regel höher. Daher müssen diese, wie z. B. der Wegfall einer Aufnahmegebühr oder Rabatte bei der Ermittlung des monatlichen geldwerten Vorteils, berücksichtigt werden. Kurz gesagt, der durchschnittliche Preis einer Einzelmitgliedschaft im Fitnessstudio muss herangezogen werden. Soweit der Arbeitnehmer selbst einen Teil des monatlichen Mitgliedsbeitrags leistet, ist dieser Betrag vom Durchschnittspreis abzuziehen. Liegt der dann noch verbleibende Vorteil - zusammen mit anderen gewährten Sachbezügen – nicht über 44 Euro pro Monat, bleibt er beim Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialabgabenfrei.

Auf den Zuflusszeitpunkt kommt es an

Bei den 44 Euro handelt es sich um eine monatliche Freigrenze. Wird diese Sachbezugsgrenze auch nur um wenige Cent überschritte, ist der komplette Sachbezug lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig. Daher ist es wichtig, auf den Zuflusszeitpunkt zu achten. Fitnessverträge haben die Besonderheit, dass sie in der Regel für einen längeren Zeitraum abgeschlossen werden. Wird keine Kündigung ausgesprochen, verlängert sich die Vertragslaufzeit meist automatisch. Dies führt zu der Frage, wann in welcher Höhe der geldwerte Vorteil bei einem Firmenfitnessvertrag tatsächlich dem Arbeitnehmer zufließt. Wie so oft hängt das von der konkreten vertraglichen Gestaltung ab.

Beispiel:

Ein Arbeitgeber schließt mit einem Fitnessstudio einen Vertrag über zwölf Monate mit Verlängerungsoption ab. Dem Fitnessstudio wird regelmäßig die aktuelle Liste aller Mitarbeiter übermittelt, die das Studio nutzen wollen. Gegenüber dem Arbeitgeber verpflichten sich die Mitarbeiter, das Fitnessstudio regelmäßig für die Laufzeit des Vertrags oder einen kürzeren Zeitraum zu nutzen. Jeder teilnehmende Arbeitnehmer erhält vom Fitnessstudio einen Mitgliedsausweis.

Unklar ist dabei, ob der geldwerte Vorteil für die gesamt Vertragslaufzeit bereits mit der Ausgabe der Mitgliedsausweise zufließt oder nur für die jeweilige tatsächliche monatlich Nutzung.

Die Finanzverwaltung geht davon aus, dass bereits mit der Ausgabe der Mitgliedsausweise den teilnehmenden Arbeitnehmern der geldwerte Vorteil für ein ganzes Jahr (Mindestlaufzeit des Fitnessvertrags) zufließt. Liegt dieser über 44 Euro, ist der gesamte Betrag lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Dass der Sachbezug für das gesamte Jahr möglicherweise unter 528 Euro (44 Euro x 12 Monate) liegt, spielt keine Rolle, denn es kommt auf den monatlichen Zufluss an.

Doch die Richter des Finanzgerichts Niedersachsen sehen das anders. Sie sind der Auffassung, dass die Teilnehmer mit dem Mitgliedsausweis nur ein Recht erhalten, das Fitnessstudio für die Dauer der aktivierten Karte zu nutzen. Durch das Melden einer geänderten Teilnehmerliste kann der Arbeitgeber dieses Recht jedoch jederzeit entziehen. Dadurch fließt der sich aus dem Nutzungsrecht ergebende geldwerte Vorteil über die Dauer der Nutzung monatlich zu.

Hinweis:

Das Finanzgericht hat die Revision zugelassen. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesfinanzrichter entscheiden. Im Jahr 2012 kam der Bundesfinanzhof bei Jobtickets noch zu dem Ergebnis, dass der geldwerte Vorteil für ein Jahresfahrkarte sofort zufließt, da dem Arbeitnehmer mit der Gewährung der Fahrkarte ein nicht einschränkbares Recht für die Nutzung des Verkehrsverbundes für ein Jahr gewährt wurde. Beim Abschluss der Verträge mit einem Fitnessstudio sollte daher immer darauf geachtet werden, dass das Nutzungsrecht nur für einen Monat gilt. Eine stillschweigende Verlängerung um einen weiteren Monat ist allerdings unschädlich.

(Stand: 26.04.2018)

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